Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz des „IC Monitorings“ von den bisherigen Konzepten der Wirkungsmessung?

René Haller, Berater bei Signum: Im Gegensatz zur klassischen Wirkungsmessung setzen wir auf kontinuierliches Mitarbeiter-Feedback. So ist die IK immer im Bilde, wie Kommunikation wirkt, wo die Organisation steht und was verändert werden muss.

David Hoeffler, Geschäftsführer PulseShift: Möglich wird das durch Software, die Daten aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführt und Kontext herstellt. So lassen sich Daten zu entscheidungsrelevanten Fakten aufbereiten.

 
 

Kontinuierliches Feedback? Überfordert das die Mitarbeiter nicht?

Hoeffler: Nein, denn zum einen werden nicht immer die selben Mitarbeiter befragt. Zum anderen geht es um kurzes schnelles Feedback zu einem konkreten Thema und nicht um eine umfangreiche Mitarbeiterumfrage, mit der man sich über Minuten beschäftigen müsste. Und drittens ist den Mitarbeitern klar, wozu ihr Feedback dient und dass es zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

 
 

Stimmt der Eindruck, dass Sie beim IC Monitoring stark aus Sicht des Top-Managements denken?

Hoeffler: Richtig. Unsere Gespräche mit Unternehmen zeigen, dass die Geschäftsführung klare Erwartungen an die IK hat. Sie soll nämlich mithelfen, neue Strategien – zum Beispiel rund um die digitale Transformation – in Einklang zu bringen mit der Organisation…

Haller: … und das heißt vor allem, die Mitarbeiter nicht nur zu informieren, sondern sie tatsächlich auf dem neuen Weg mitzunehmen. Deshalb muss man wissen, was die Mitarbeiter wahrnehmen, wie sie auf Botschaften reagieren, was sie akzeptieren oder auch nicht mittragen.

 
 

Sie sprechen von faktenbasiertem Management. Was heißt das?

Hoeffler: Wir leben in einer Zeit, in der Entscheidungen aller Art immer stärker auf der Basis von Daten getroffen werden. Das gilt heute selbst für vermeintlich weiche Themen wie Kommunikation oder Kultur. Deshalb muss uns klar sein: Das Zeitalter des Datenmanagements und damit des faktenbasierten Managements bricht auch in der IK an.

Haller: Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Unternehmen und auch die IK stehen, kann man sich nicht länger einfach nur auf sein Bauchgefühl verlassen – auch wenn es in manchen Fällen hilfreich ist, keine Frage. Die Microsoft-Managerin Natalie McCullough hat das jüngst wie folgt formuliert: „Mit der neuen Zutat der Daten zu den bisherigen Change-Rezepten haben wir eine gute Chance, Veränderung tatsächlich zu erreichen.“ Das bringt es auf den Punkt.

(„If you add data to the existing recipe of change you actually have a chance a making transformation happen.“)